Nordic Walking

Was genau versteht man unter dem Begriff Nordic Walking? Ist es wirklich so gesund wie sein Ruf? Was bewirkt das Laufen mit Stöcken in meinem Körper? Welche Muskeln werden trainiert und ist Nordic Walking tatsächlich effizienter als eine Runde joggen und wenn ja warum?

Wurde das Nordic Walking anfangs als ordinärer Fitnesstrend oftmals noch belächelt, hat es sich zwischenzeitlich geradezu zum Volkssport entwickelt. Es wird von jung und alt gleichermassen betrieben sowie als sehr effizient betrachtet.

Nordic Walking positive Eigenschaften

 

Das tolle an diesem Sport ist, das es nicht nur für ältere Menschen eine sanfte Methode ist ihre Gesundheit und ihre Fitness beizubehalten, auch für alle anderen Altersklassen ist es ein idealer Outdoor Sport.

Denn Nordic Walking ist nicht nur sehr wirksam wenn es darum geht ein paar Kilos abzuspecken, auch das Herz-/Kreislaufsystem wird auf sanfte Art und Weise bestens trainiert. Nicht zu sprechen von den ganzen anderen Muskeln die wir während des Trainings in Anspruch nehmen.

Was ist Nordic Walking und woher stammt es?

Nordic Walking zählt zu den Ausdauersportarten und wurde ursprünglich von Spitzenathleten als Sommertraining genutzt wenn für diese im Bereich Langlauf, Biathlon oder für die nordische Kombination kein Schnee lag. So wurden die Stöcke zum Symbol für eine neue Sportart.

Gerade in den nordischen Ländern ist diese Ausdauersportart extrem beliebt. So sind es von 5,5 Millionen Finnen immer hin über 2 Millionen welche diesem Sport sehr regelmässig nachgehen.

Schon ziemlich schnell kam eine sportwissenschaftliche Studie dahinter dass das Laufen mit Stockeinsatz erheblich erfolgreicher ist als einfach nur Laufen oder sogar Joggen.

Das Grundprinzip des Nordic Walkings ist sehr einfach. Es ist ein schnelles Gehen welches durch den Einsatz von zwei Stöcken unterstützt wird.

Diese Sportart ist daher für den Körper so interessant weil man durch das benutzen der Stöcke automatisch die Schrittfrequenz erhöht sowie die Arme während des ganzen Trainings einsetzt. So ist Nordic Walking also eine Mischung zwischen Laufen und Wandern und besitzt zudem die gleichen Bewegungsabläufe wie beim Skilanglauf.

Beim Nordic Walking läuft man schneller als beim Wandern und etwas langsamer als beim Joggen.

Was sollte ich beim Nordic Walking beachten?

Zwar hört es sich spielend einfach an und das ist es am Ende sogar, doch wer nicht ein Minimum an Technik einsetzt wird keine grossen Erfolge beim Nordic Walking aufweisen können. Es macht daher auch Sinn, sich einer Gruppe anzuschliessen um es mit einem Fachmann zu erlernen.

Ohne Stöcke geht nichts bei diesem Ausdauersport. Hier kann man zwischen Carbon und Aluminium Stöcken wählen. Das wichtigste hierbei ist allerdings dass diese die richtige Stocklänge aufweisen, denn nur so kann man erfolgreich Nordic Walking betreiben. Wer mit zu langen Stöcken unterwegs ist wird gleich merken dass er nicht in den Rhythmus kommt.

Dann ist es auch wichtig dass man die Arme richtig einsetzt. Wer joggt lässt die Beine die Bewegung bestimmten, beim Nordic Walking ist es der Oberkörper bzw. die Arme. Sie sorgen dafür dass der ganze Körper aktiviert wird. Die Schritte passen sich den Armbewegungen an.

So berührt der rechte Stock dann den Boden wenn die linke Ferse aufgesetzt wird und umgekehrt. Die Stöcke bleiben in Körpernähe, sie werden nicht vor sondern neben dem Körper aufgesetzt. Der Arm der mit dem Stock nach hinten schwingt sollte gestreckt und nicht angewinkelt sein.

Je mehr Kraft man in seine Arme bzw. seinen Oberkörper legt, je temporeicher kommt man vorwärts. Zudem sollte man die Stöcke nicht mit seinen Händen umklammern. Dies verhindert dass der Stock gut schwingen kann. Daher die Hände eher locker um den Stockgriff legen.

Auch eine aufrechte und gerade Haltung sowie entspannte Schultern spielen eine wichtige Rolle um das Training richtig zu gestalten.

Welche Muskeln werden beim Nordic Walking trainiert?

Auf jeden Fall eine ganze Menge, nämlich ca. 90% unserer gesamten Muskeln. Damit ist Nordic Walking eine schonende und zugleich doch sehr effiziente Trainingsmethode um so ziemlich alle Muskeln im Körper aufzubauen und zu stärken.

Ähnlich erfolgreich ist z.B. auch das Trampolin springen. Denn auch diese Sportart ist gelenkschonend und beansprucht über 400 Muskeln von unseren insgesamt 600.

Wer also mit seinen Stöcken losläuft und die richtige Technik einsetzt der kann nicht nur seine Bein- und Pomuskeln kräftigen, sondern daneben auch so ziemlich alle Muskeln die sich im oberen Bereich des Körpers finden wie Arme, Schultern, Brust und Rücken.

Da man so viele Muskeln gleichzeitig trainiert, ist auch der Kalorienverbrauch beim Nordic Walking höher als beim einfachen Walken und teilweise auch höher als beim Joggen da man beim Nordic Walking meistens eine längere Strecke zurücklegt.

Neben einer Kräftigung des ganzen Körpers bzw. so ziemlich aller Muskeln trägt Nordic Walking auch dazu bei dass sich Verspannungen im Nacken und Schulterbereich gut lösen können. Wer sich danach noch kurz auf seine Faszienrolle legt, wird Verspannungen künftig aus dem Wege gehen können.

Was bringt Nordic Walking für den Körper?

Wie oben schon erwähnt werden ca. 90% aller im Körper vorhandenen Muskeln trainiert.

Dadurch dass man mit dem Einsatz der Stöcke automatisch ein höheres Tempo erreicht als beim reinen Walken oder Spazierengehen, kann man seinen Kalorienverbrauch um ein drittel erhöhen oder sogar verdoppeln, denn die Fettverbrennung läuft während dem Training auf Hochtouren.

Wer unter Bluthochdruck, einen zu hohen Cholesterinspiegel oder sogar Diabetes leidet kann dieses durch ein regelmässiges Nordic Walking positive beeinflussen.

Das Herz-/Kreislaufsystem wird beim Nordic Walking sehr gut trainiert ohne dass man sich quälen und zu sehr anstrengen muss. Wer möchte kann seine Herzfrequenz ganz einfach mit Hilfe eines Fitness Trackers oder über einen Brustgurt während dem Training im Auge behalten.

Zudem wird auch die ganze Körperhaltung durch das Laufen mit Stöcken verbessert.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist auch die positive Wirkung auf die Psyche. Wie bei vielen Sportarten wird auch beim Nordic Walking vermehrt die sog. körpereigenen Cannabinoiden ausgeschüttet. Dies führt zu einem erhöhten Wohlbefinden.

Auch gegen Krampfadern und eine verbesserte Venenfunktion wird Nordic Walking empfohlen.

Doch daneben hilft dieser Sport auch Stress und Aggressionen abzubauen sowie den natürlichen Alterungsprozess hinauszuzögern.

Da man sich bei Wind und Wetter in der freien Natur befindet, ist es zudem einfach eine Wohltat für die Seele und hilft gleichzeitig das Immunsystem zu stärken.

Nordic Walking oder Joggen?

Das ist für manch einen sicherlich eine berechtigte Frage. Beide Ausdauersportarten helfen dem Körper fit zu bleiben bzw. fit zu werden und trainieren daneben u.a. das Herz-Kreislaufsystem.

Es kommt sicherlich auf die persönlichen Vorlieben darauf an ob man sich fürs Joggen oder Nordic Walking entscheidet. Viele finden allerdings die Vorstellung sich mühsam durch Joggen vorwärts zu quälen verständlicherweise nicht gerade motivierend.

Gerade für Einsteiger ist Jogging oft anstrengend und mit viel körperlicher Anstrengung verbunden. Ist man einmal trainiert joggt es sich natürlich dann auch leichter.

Fürs Nordic Walking sprechen vor allem die Tatsachen dass es im Gegensatz zum Joggen für die Gelenke viel schonender ist.

Das Laufen mit Stockeinsatz verbrennt genauso viele wenn nicht mehr Kalorien als das Joggen und ist trotzdem weniger mühsam sondern macht sogar richtig Spass. Die Fettverbrennung wird auch beim Nordic Walking auf ein Maximum gesetzt.

Zwar muss man beim Nordic Walking im Zweifel etwa länger laufen als beim Joggen um die gleiche Kalorienanzahl zu verbrennen, doch ist es sanfter für den Körper und trainiert zudem nicht nur Beine und Gesäss sondern den gesamten Körper zu gleichen Teilen.

So kann man mit Hilfe von Nordic Walking ein sehr effizientes und schonendes Ganzkörpertraining absolvieren und gleichzeitig 90% der Muskeln beanspruchen und aufbauen.

Auch gegen Bluthochdruck, Diabetes oder zu hohe Cholesterinwerte wirkt Nordic Walking sehr gut.

Dieser Volkssport hat also zu Recht die Herzen der Deutschen erobert.

Wer allerdings während der eher nassen und kalten Jahreszeit doch lieber im Innenbereich oder sogar in seinen eigenen vier Wänden trainieren möchte, der kann sich ja überlegen ob er sich ein passendes Ganzkörper-Trainingsgerät daheim hinstellt. Zumindest hat man dann eine Alternative sollte es einem einmal nicht raus in die Natur ziehen…

 

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